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Welche Rolle spielt der Glaube?

  • Autorenbild: Sandra Meisenberg
    Sandra Meisenberg
  • 21. Juli
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 6 Tagen

Trost - Halt - Verbundenheit


Wald Sonnenstrahlen Sommer


Welche Rolle spielt der Glaube?


An was denkst Du, wenn Du das Wort Glaube hörst? Welche Rolle spielt der Glaube?

Es ist schon eine kleine Überwindung hier meine ehrlichen Gedanken zum Thema Glaube zu teilen. Ich bin nicht "gläubig" oder "kirchengängig" aufgewachsen und dennoch steckt eine gesellschaftliche Konvention ganz tief in mir drin, die mir lange ein Gefühl von "ich bin nicht richtig so" gegeben hat. Trotzdem oder gerade deswegen, möchte ich meine Gedanken zum Thema Glaube mit Dir teilen.


Wenn ich an Glaube denke, denke ich sofort an Jesus, die schlimmen Bilder von Tod und Qual und an die Kirche.

 

Aber wer sagt, dass das Glaube ist? Wann habe ich mir diese Glaubenssätze zugelegt? „Eigentlich“ weiß ich, dass mir das niemand sagen darf, an wen oder was ich zu glauben habe.

 

Ich darf auch an Gott glauben, ohne ihn über die Kirche zu suchen. Ich darf sogar an Jesus glauben, ohne die Kreuze und qualvollen Bilder gut zu finden. Ich darf daran glauben, dass da vielleicht mal jemand war, der Gutes getan hat. Ob der nun wirklich von Gott geschickt wurde oder einfach ein Weiser war oder ein Heiler, ist doch total egal. Oder sind nicht alle Menschen irgendwie Gesandte Gottes?

 

Und ich merke, wenn ich so über Gott und Jesus schreibe, ist es mir ein Stück weit peinlich. Wann ist das passiert? Vielleicht, weil ich kein Kirchengänger bin und das Gefühl habe, das wäre die Voraussetzung an Gott glauben zu dürfen? Wahnsinn, was für Glaubenssätze so in mir stecken. In Dir auch?

 

Gut, wenn ich jetzt an meinen persönlichen Glauben denke.

 

Ich glaube nicht an DEN Gott. Einen Allmächtigen, der alles bestimmt, zu dem man aufschaut, den man anbetet. Das war noch nie mein Ding. Ich kann doch nicht meine Eigenverantwortung abgeben und hoffen, dass es ein anderer für mich regelt. Und wenn er es nicht gut auslegt, es nicht gut ausgeht, ihm die Schuld geben? Nein, das ist nicht mein Weg. Tja, aber woran glaube ich denn überhaupt?

 

Ich glaube an Wiedergeburt. Zumindest wäre das eine schöne, für mich sinnvolle Vorstellung. Wieso sollte man sich sonst mit manchen Menschen so vertraut sein, als ob man sie ewig kennt? Ich bin schon einigen Menschen begegnet, mit denen ich mich so unglaublich verbunden gefühlt habe, wir auf der gleichen Welle geschwommen sind, nichts "peinlich" ist, man sich so "liebt", wie man ist. Ja, wo eine Liebe zu spüren ist, obwohl man sich nicht lange kennt und obwohl man kein Paar werden möchte. Wieso sollte das sonst so sein?

 

Zufall? Nein, das glaube ich nicht.

 

Und sonst? Sonst habe ich die kindliche Vorstellung vom Alleins, dem Licht, in das wir nach dem Tod zurückkehren. Dahin, wo die bedingungslose Liebe ist, die ich schon ein paar Mal spüren durfte. Da, wo alles hell und leicht ist. Wo ich mich ganz fühle, rein, wo ich wieder ganz bin. Dort, wo ich meine Seelenfamilie wieder treffe. Dort, wo wir alle „nur“ noch Energie sind, Liebe.

Das wünsche ich mir, dass es so ist.

Vielleicht ist es aber auch einfach neutral. Ohne Gefühl, ohne Liebe, einfach nur SEIN, mit der Seelenfamilie, ohne Bewertung, einfach Frieden. Denn auch die Liebe ist abhängig von der Polarität. Wenn wir Hass nicht spüren können, können wir auch nicht wissen, wie sich Liebe anfühlt.


Ich merke, meine erste Variante gefällt mir besser. Ja, daran glaube ich. Was für eine kitschige, kindliche Vorstellung. Macht das was? Wen stört's? Wer bestimmt, an was wir glauben dürfen und an was nicht?

 

Vor allem … Hm, nein, auch wenn ich in Betracht ziehe, dass die Erde nicht der einzige Ort ist, an dem es Leben gibt, selbst dann könnte das Alleins existieren. Trotzdem als der Ort, an den die Seelen zurückkehren.

 

Es gibt mit Sicherheit einige, die diesen Glauben für Schwachsinn halten. Aber das ist okay. Das, was nach dem Tod kommt, kann niemand genau wissen. Wir haben alle nur eine Ahnung davon. Jeder hat seinen eigenen Glauben und jeder hat seine eigene Wahrheit. Und wenn der Glaube nur dafür gut ist, dass wir einen Halt haben und nicht mehr so viel Angst. Weniger oder keine Angst vor dem Tod zu haben, ist befreiend und birgt die Chance, sich dem Schicksal hinzugeben, wenn es mal unausweichlich sein sollte.

 

Und mit diesem Gefühl lässt es sich wieder ein Stück weit leichter leben. Wenn das nach Hause kommen in die bedingungslose Liebe das Schlimmste ist, das passieren kann, dann ist das Sterben doch nur halb so schlimm.

 

Aber wie erklärt man das den Kindern? Vielleicht genau so. Aber im besten Fall bevor sie Angst haben, einen zu verlieren.

 

Aber bei all dem Schönen, das mich da erwartet, ich entscheide mich wieder und wieder für dieses Leben.


An was glaubst Du? Was gibt Dir Halt und nimmt Dir die Angst vor dem Sterben und dem Tod?  


Hast Du Dich damals, wie heute wirklich, wirklich mit allem was ist, für dieses Leben entschieden? auch mit all den Steinen im Weg, mit all der Krankheit und der Trauer, mit all dem Schmerz?


Ich bin davon überzeugt, dass Heilung nur geschehen kann, wenn wir uns wirklich für dieses Leben entscheiden.

  

Herzensgruß

Sandra

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